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Theater Wagabunt

besessen

oder doch nur auf der suche

Eine Performance zum Thema Abhängigkeit

 

 

Kaufsucht, Drogensucht, Sexsucht, Spielsucht …

 

Viele (junge) Menschen leben, meist unbewusst, in einer Abhängigkeit.

Es beginnt alles oft harmlos: mit einem Joint, einer Shopping-Tour, einer Mutprobe, einer Louis-Vuitton Tasche, einem GTA-Spiel, einem gestohlenen Moped, einem Video-Klipp im Internet, …

Man möchte dazugehören, einmal im Mittelpunkt stehen, auf keinen Fall Außenseiter sein, die Clique gibt Halt, man kann sich identifizieren und ist beliebt.

Das sind ganz normale Vorgänge und Verhaltensweisen und führen in den meisten Fällen zu einer gesunden Entwicklung ins Erwachsenenalter.

 

Ist dem wirklich so?

Führen all die, die nicht als Junkies auf der Straße liegen oder als Hooligans die Stadien terrorisieren oder einsam mit einem Messer zu Hause sitzen, wirklich ein so unbeschwertes, unabhängiges, normales, freies Leben?

Wie schaut die Grauzone aus?

Wo beginnt die Fremdbestimmung?

Wer entscheidet letztendlich, was wir wollen und was wir brauchen?

Wir selbst, oder sind da andere Mächte im Spiel?

 

Die Performance „BESESSEN“ untersucht dieses Phänomen und konfrontiert das Publikum in kritischer, humorvoller Weise mit den versteckten Abhängigkeiten des Lebens.

 

PREMIERE 10. November 2015 um 19 Uhr im Theater am Steg (Baden)

 

Schulaufführungen (Alter +14):

Baden 10.11.2015 um 11 Uhr im Theater am Steg

Mistelbach 17.11.2015 um 11 Uhr im Stadtsaal

Wr. Neustadt 25.11.2915 um 11 Uhr im Triebwerk

Amstetten 1.12.2015 um 11 Uhr Rathaussaal

 

Karten: 7€ Schüler, 0€ Lehrer (ab 50 Schüler 5€ pro Karte)

Reservierung: tickets@theater-wozek.at oder 0664/73642502

 

Nach der Vorstellung können wir gerne, wenn erwünscht, ein Publikumsgespräch veranstalten.

presse

mein hundemund

von Werner Schwab

 

Man möchte gar nicht aufhören, den Hundsmaulsepp zu zitieren. Nicht weil ihn sein Schöpfer Werner Schwab so schöne Wortgebilde sagen lässt, sondern weil diese Sprache - das Feuilleton erfand einst den Begriff "Schwabisch" dafür - in ihrer sprengenden, verrenkenden Kraft weder Regeln noch Gesetze einhalten kann und will. Sie schafft Eigenes. Wie auch der in Graz geborene Quergeist Schwab in der Literaturgeschichte allein dasteht mit seiner Art, Stücke zu schreiben. Anfang der 90er-Jahre erlebte der Selbstzerstörer einen plötzlichen Erfolg und wurde zum meistgespielten Dramatiker im deutschsprachigen Raum. Er hatte wenig Zeit: In der Silvesternacht auf 1994 soff er sich 35-jährig zu Tode.

Der Nachwelt, die Schwab viel zu selten auf die Bühne bringt, hinterließ er unter anderem das zu den "Fäkaliendramen" gehörende Stück Mein Hundemund.

Die Hauptfigur in „Mein Hundemund“, wirft sich am Ende seinem eigenen Köter freiwillig zum Fraß vor, während ihm seine Frau einen letzten Stoß versetzt: „Dein Hirn fliegt fort. Dein Sterbetag ist ausgeschlüpft.“

Eine Zeitlang dachte man, die Wirklichkeit hätte die Phantasie der Autoren schließlich überflügelt, sei schärfer als die Satire, absurder als die Groteske, lächerlicher als die Klamotte. Mit Werner Schwab sind wir jetzt auf die unfeinste Art aus dem Schneider. Er ist ein genialer Übertreiber, ein hemmungsloses Schandmaul, ein kreuzfideler Pessimist. Mit seinem spontihaften Defätismus bringt er uns zu ganz alten Fragen zurück. Was ist eigentlich der Mensch, angesichts der Metzgerei in diesen Stücken? „Es gibt nur den Menschen, den es nicht gibt“, sagt der Drecksepp am Ende von „Mein Hundemund“. Der Mensch bleibt in diesen Stücken eine Utopie. hundsmaulsepp.jpeg

 

Mit: Dorrit Aniuchi, Marius Schiener, Robert Kahr

Licht / Ton: Martin Rein

Geräusche: Martin e Greil

Regie: Karl Wozek

 

Premiere: 22. November 2013 20:00 Uhr

TIK Jahngasse 10 6850 Dornbirn

Jedermann

das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

nach Hugo von Hofmannsthal

Der Tod macht klar, um welche Werte der Mensch ringen muss, wenn sein Leben Sinn bekommen soll.
Jedermann verkörpert das Idealbild eines überaus reichen Mannes, der glaubt, sich jeden Wunsch mit Geld und Macht erfüllen zu können. In diesem Bewusstsein lebt er engstirnig und ohne Skrupel sein Leben.
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01 Hofmannsthals Spiel ist ein immer und überall gültiges, hat sich der Mensch doch im Laufe von Jahrtausenden kaum geändert. Im Gegenteil, er ist noch egoistischer und strebt wie eh und je nach eigenem Vorteil, nach „irdisch Gut allein“.
Warum sonst brauchte man den ständigen Ruf nach Nachbarschaftshilfe, die immer wiederkehrenden Appelle zur Linderung der Not in der Welt. Theater Wagabunt hat eine Parodie aus diesem Stoff erarbeitet und das Stück ins Jetzt geholt.
Hofmannsthals gebundene Sprache wird teils übernommen, teils sehr heutig wiedergegeben.
Der Erzähler (Tod?), der auch die Rollen von Buhlschaft, Mutter, Mammon, Teufel usw. übernimmt, begleitet Jedermann von Szene zu Szene.

Jedermann bekommt einen Befund, der ihm den nahen Tod vorhersagt.
Er versucht einen Fürsprecher für sich zu gewinnen, der ihn auf seinem letzten Weg begleiten soll.

Aber niemand will mit ihm gehen, weder seine Buhlschaft, noch seine besten Freunde und Verwandten.
Auch sein vieles Geld lässt ihn im Stich …
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2 „Ich bin dein Reichtum, dein Geld ... du warst mein Knecht ... ich habe in deiner Seele regiert … ich habe dich tanzen lassen wie einen Hampelmann … ich war dir nur für irdisch Tag geliehen …“
Jedermann resümiert über sein Leben und stellt sich selbst als guten Mann dar.
Da erscheinen seine Werke in Form von „Armer Nachbar“, und Jedermann erkennt sein sündhaftes Leben, aber er bereut nichts, er wird zynisch und überheblich, bis der Teufel ihn ins Jenseits bittet.
Ein modernes Mysterienspiel mit viel Humor, aber auch mit ernstem Hintergrund.
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Es spielen:
Roman Binder / Robert Kahr

Musik-Mix / Geräusche:
Martin Greil

Regie:
Karl Wozek

INATURA Dornbirn
Premiere: 17. Sep. 2010 20 Uhr
weiter Vorstellungen: 24. Sep. / 01 / 08 / 09. Okt. 2010 20 Uhr

7.Okt. 13.30 Uhr / BG - Lustenau


 

Bilder der Aufführung:
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Der Traum eines lächerlichen Menschen

Eine Erzählung von F. M. Dostojewski
aus „Tagebuch eines Schriftstellers 1877“

Im Zentrum steht ein Schuldbekenntnis, bei dem sich der Erzähler nicht verteidigt, wie häufig bei Dostojewski, sondern seine Schuld bekennt.
Der im Titel genannte „Traum“ ist eingerahmt von dem geschehen davor und danach.
Lächerlich wird der Erzähler von seiner Umwelt deshalb genannt, weil er die in diesem visionären Traum erlebte Wahrheit berichtet, nämlich wie Menschen in Frieden und Liebe miteinander leben könnten, ohne Hass, Bosheit, Krieg, ohne Schuld.
Dostojewski spielt auf das Goldene Zeitalter an, also den auf Hesiod zurückgehenden griechisch-lateinischen Mythos.
Ehe der Erzähler diese Möglichkeit des Zusammenlebens in Liebe erfahren hatte, schien ihm das Leben so sinnlos, dass er beschloß, es selbst zu beenden.
Unmittelbar davor bittet ihn ein achtjähriges Mädchen auf der Strasse verzweifelt um Hilfe für ihre Mutter, er aber schickt das Kind herzlos fort.
Zu Hause zwingt ihn dann etwas, sich mit dem Ereignis auseinanderzusetzen, anstatt sich sofort zu erschießen.
Da er an die Existenz nach dem Tode nicht glaubte und überzeugt war, in zwei Stunden sei alles vorbei, meinte er, er brauche keine Scham mehr zu empfinden, hätte sogar eine unmenschliche Gemeinheit begehen können.
Diese Gedankenkonstruktion beruhigt ihn nicht.
Ob ihn wohl ein Schuldbewusstsein bei der nächsten Existenz auf der Erde noch bedrücken würde?

Mit dieser Frage schläft der lächerliche Mann ein und hat jenen Traum.

Dieser beginnt mit dem Tod und der Erfahrung, dass das individuelle Leben mit dem Sterben nicht endet, sogar auch, dass den Verstorbenen ein Geistwesen in Empfang nimmt und weiterleitet.
In dem Traumbericht wird der Verstorbene zu einem anderen Sonnensystem geleitet.
„Ich hatte eine vollständiges Nichtsein erwartet und nun befand ich mich in den Händen eines Wesens, das allerdings kein menschliches Wesen war, aber doch wirklich da war, existierte.
Ich wußte, daß es in den himmlischen Räumen Sterne gibt, von denen die Strahlen erst in Tausenden und Millionen von Jahren zur Erde gelangen.
Vielleicht durchflogen wir schon diese Räume........
.........Ich erkannte, dass dies genauso eine Sonne war wie die unsrige, ihre Wiederholung und ihre Doppelgängerin.
Plötzlich befand ich mich, ohne dass ich es bemerkt hätte wie, auf dieser anderen Erde im hellen Lichte eines paradiesisch schönen, sonnigen Tages.
Oh, alles war ganz so wie bei uns.
Endlich erblickte ich und erkannte ich die Menschen dieser Erde.
Niemals hatte ich ich auf unserer Erde eine solche Schönheit bei Menschen gesehen............“
Ich begriff bald, dass ihr Wissen durch andere Einsichten genährt wurde als bei uns auf der der Erde und dass ihre Bestrebungen ebenfalls ganz andere waren............“

-> Auszug aus: DER TRAUM EINES LÄCHERLICHEN MANNES

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      22 Jahre theater.wozek

TERMINE

Die nächsten Offenen Klassen finden am Sonntag, den 22. + 29. Okt. 2017

um   19 Uhr statt.

Bitte unter 0676/4201066 (SMS) anmelden. Danke

ORT:

1140 Wien, Hüttelbergstraße 16

öffentliches Verekehrsmittel: Straßenbahn 49 Endstadtion Hütteldorf

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