theater.wozek
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Frühlings Erwachen

frei nach Frank Wedekind

 

Ein Theaterprojekt mit zeitgenössischer Relevanz

Fotos von Gerhard Maly

„Draußen“ auf der Bühne tobt das Drama. Doch was geschieht „drinnen“ - hinter den Kulissen?

 

Während das klassische Stück im Theatersaal stattfindet, erleben wir im Garderobenraum ein ganz eigenes Drama. Dort begegnen wir Wicky, Maurice und Michi – drei Schauspieler:innen, die Wendla, Melchior und Moritz verkörpern. Was harmlos beginnt, wird schnell vielschichtig: Die Rollen, die sie auf der Bühne spielen, beginnen sich mit ihren persönlichen Erfahrungen zu überlagern. Konflikte brechen auf, Grenzen verschwimmen, und das „Hinter der Bühne“ wird zum emotionalen Zentrum des Abends.

 

Was bedeutet es, Wendla zu spielen – wenn man selbst Grenzüberschreitungen erlebt hat?
Wie viel Melchior steckt in einem selbst – und wie viel Zweifel?
Und was bleibt von Moritz, wenn das Bühnenlicht ausgeht?

 

FRÜHLINGS ERWACHEN spielt mit dem  Perspektivenwechsel und lädt ein, über die Themen des Originals neu nachzudenken: Sexualität, Leistungsdruck, Gewalt, Scham, Liebe und das Ringen um Selbstbestimmung.

 

„Manchmal wird mir so selig - alles Freude und Sonnenglanz. Und dann flattert das Untier herein…“

Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" ist ein Werk, das seit seiner ersten Aufführung im Jahr 1906 nichts an Schärfe und Brisanz verloren hat. Es thematisiert die Kämpfe und Unsicherheiten der Jugend, die sich im Spannungsfeld von Erwachen der Sexualität, gesellschaftlichen Normen und elterlichen Erwartungen befinden. Dieses Theaterprojekt beleuchtet nicht nur die Herausforderungen, denen Jugendliche im Wilhelminischen Deutschland ausgesetzt waren, sondern zieht auch Parallelen zu den heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen.

 

Inhalt und Bedeutung

Das Stück spielt in einer deutschsprachigen Kleinstadt und folgt einer Gruppe von Jugendlichen, die versuchen, ihre Identität und Sexualität zu entdecken. Das Stück befasst sich mit Themen wie sexueller Unterdrückung, Bildungszwängen, elterlicher Kontrolle und den tragischen Folgen von Unwissenheit und Repression. Die Hauptfiguren, Melchior Gabor, Moritz Stiefel und Wendla Bergmann, repräsentieren verschiedene Facetten der jugendlichen Lebenswelt und die Kämpfe, die damit einhergehen.

Wedekind schreckt nicht davor zurück, Tabuthemen wie Masturbation, Schwangerschaftsabbruch und Suizid zu behandeln, was dem Stück zu seiner Zeit heftige Kritik einbrachte. Trotz oder gerade wegen dieser Kontroversen ist "Frühlings Erwachen" ein Werk, das eine starke emotionale Resonanz hervorruft und die Zuschauer*innen dazu anregt, sich mit unangenehmen Wahrheiten auseinanderzusetzen.

Schlussfolgerung

"Frühlings Erwachen" präsentiert sich als zeitgenössisches Theaterprojekt, welches die Themen von Wedekinds Stück in den Kontext der heutigen Gesellschaft stellt. Indem wir die Parallelen zwischen den Herausforderungen der Jugend von damals und heute aufzeigen, fördern wir ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse junger Menschen.  Dieses Projekt, eine moderne Adaption eines wichtigen literarischen Werks, versteht sich auch als eine Art Aufruf zur Reflexion und zum Handeln, um eine offenere und verständnisvollere Gesellschaft zu schaffen.

Wedekinds "Frühlings Erwachen" ist somit nicht nur ein Spiegel der damaligen Gesellschaft, sondern auch ein zeitloses Stück, das uns immer wieder daran erinnert, dass die Kämpfe der Jugend universell sind. Ein Theaterprojekt, das diese Parallelen beleuchtet, hat das Potenzial, sowohl alte als auch junge Generationen zu berühren und zu inspirieren.

Frank Wedekind

ist eine bedeutende Figur in der deutschen Literaturgeschichte, bekannt für seine provokanten und kontroversen Werke, die gesellschaftliche Normen und Tabus herausforderten.

Er wurde am 24. Juli 1864 in Hannover geboren. Seine Eltern waren der Arzt Friedrich Wilhelm Wedekind und die Schauspielerin Emilie Kammerer. Wedekind verbrachte seine Kindheit in der Schweiz und studierte Geschichte und Literatur an der Universität Zürich.

Wedekind arbeitete zunächst als Journalist und begann in den 1890er Jahren, seine ersten Dramen zu schreiben. Sein erstes bedeutendes Stück war „Frühlings Erwachen“ (1891), das sich mit den Konflikten der Jugend und Sexualität befasst.

Weitere wichtige Stücke sind „Die Büchse der Pandora“ und „Erdgeist“. Seine Arbeiten hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung des modernen Theaters und die Psychoanalyse.

Er starb am 9. März 1918 in München.

Frank Wedekind war ein visionärer Dramatiker, dessen Werke gesellschaftliche Fragen aufwarfen und die Theaterkunst erweiterten.

Premiere

6.10.2025 / 19:30 Uhr / Theater am Steg

 

Schulaufführung

6.10.2025 / 11 Uhr / Theater am Steg   ausverkauft

8.10.2025 / 11 Uhr / Freiraum   ausverkauft

22.10.2025 / 11 Uhr / Stadtsaal Zwettl

4.11.2025 / 11 Uhr / Stadtgalerie Mödling

24.11.2025 / 11 Uhr / Stadttheater Bruck an der Leitha

25.11.2025 / 11 Uhr / Kristalwerk Graz

22.12.2025 / 11 Uhr / Stadtsaal Korneuburg ausverkauft

 

27.April 2026 / 11 Uhr  ausverkauft + 14 Uhr + 19:30 Uhr / Tribüne Linz

Tickets: karten@tribuene-linz.at od. 0699 11399844

 

22. Juni 11 Uhr + 17 Uhr Theater Arche Wien

Kartenreservierung unter office@theater-wozek.at oder 0660&8672446

Darsteller*innen

 

JULIA WOZEK

 

Julia Wozek ist Schauspielerin und Filmemacherin aus Österreich.

Sie absolvierte 2018 die paritätische Bühnenreifeprüfung.

Seither steht sie regelmäßig auf der Bühne und vor der Kamera (u.a. in Produktionen für ORF, Servus TV, Netflix, Amazon Prime,…).

2019 gründete sie den Verein wozek.film, mit dem sie mehrere Kurzfilme und eine Webserie produzierte.

2024 produzierte sie KAGRAN, ihren ersten Spielfilm, in dem sie auch die Co-Regie übernahm.

BEN SCHIDLA

 
Ben ist ein international tätiger Schauspieler aus Wien, Österreich. Er spielte
bereits an unterschiedlichen Häusern in Österreich Theater und wirkte an
verschiedenen Spielfilm-, Kurzfilm-, Musik-, multimedialen und
Kunstprojekten mit. Seit 2025 arbeitet er auch unter anderem in London, UK,
wo sein erstes britisches Filmprojekt beim Raindance Film Festival 2025
Premiere feierte. Er ist leidenschaftlicher Sportler und es zieht ihn sowohl privat
als auch für die Arbeit immer wieder in die Welt hinaus. Er brennt für einen
authentischen, emotionalen und lebensnahen Zugang zur Kunst und zum
Geschichtenerzählen, a la Stanislavskis System.

 

DANIEL WILLINGER

 

Daniel Willinger, geboren 2004 in Wien, ist Schauspieler, Sänger und Musiker.

Nach seiner Matura am Oberstufenrealgymnasium der Wiener Sängerknaben studierte er im Vorbereitungslehrgang für Tonmeister:innen Ausbildung an der Universität für Musik und Darstellenden Kunst Wien.

Derzeit studiert er an der Schauspielschule Krauss in Wien.

Er war u.a. in den Operetten „Der Bettelstudent“ und „Märchen im Grandhotel“ im Rahmen des letzjährigen Lehárfestivals in Bad Ischl zu sehen.

Regie

Karl Wozek

Dozent an der Schauspielschule Krauss, Regisseur, Schauspieler, Autor

 

1992 hat er mit der staatlichen Bühnenreifeprüfung sein Schauspielstudium abgeschlossen. 

Von 1991 - 2007 war er als Schauspieler in Österreich, Deutschland, Russland und Italien tätig. 

1996 gründete er den Kulturverein theater.wozek. 

Seit 1997 arbeitet er als Regisseur in Wien, Graz, Salzburg, Linz, Prag, Berlin, … 

 

Medien

Szenenfoto aus "Frühlings Erwachen" von theater.wozek
Szenenfoto aus "Frühlings Erwachen" von theater.wozek

Ständiger Seitenwechsel zwischen Garderobe und Bühne

Spannende Version des Pubertäts-Klassikers „Frühlings Erwachen“ von theater.wozek mit drei jungen Schauspieler:innen.

 

„Nicht schon wieder“, war – ich geb’s zu – das war meine erste, spontane, innere Reaktion auf die Ankündigung einer (weiteren) Aufführung von „Frühlings Erwachen“. Gut ein Dutzend Versionen dieses Klassikers eines, zugegeben DES, Pubertäts-Dramas von Frank Wedekind hab ich schon gesehen und besprochen. Das reicht(e) von klassisch ganz nah am Original inszenierten Stücken bis zu ziemlich frei in die Gegenwart übertragenen Fassungen.

ABER, diese – von theater.wozek – wurde / ist doch noch einmal ganz anders, also durchaus selbst für jene empfehlenswert, die den Text gelesen oder / und die eine oder Inszenierung schon gesehen haben:

Auf der Bühne spielt sich sozusagen die Garderobe einer „Frühlings Erwachen“-Vorstellung ab, Szenen aus dem Original erklingen aus dem Off, wenn die eine oder der andere aus der „Garderobe“ entschwindet. Allerdings ist auch das Spiel in der Garderobe von Szenen und Stellen aus dem Stück selbst durchdrungen. Jene die Text und / oder eine Stückversion kennen haben ein Aha-Erlebnis nach dem anderen über das Verschwimmen von Rolle und Rolle-Rolle. Andere werden dies vielleicht – angeregt durch diese Aufführung – beim Nachlesen des Originals haben. Für alle anderen sind’s zwei Handlungssträngen, die dennoch Parallelen aufweisen.

Wobei in den dichten, knappen 1¼ Stunden auch oft weniger gespielte Textstellen vorkommen, etwa das kurze Märchen von der Königin ohne Kopf, die auf einen König mit zwei Köpfen trifft.

Szenenfoto aus

Julai Wozek als Wicky, die Wendla Bergmann spielt

Wendla

Schauspielerin Wicky (Julia Wozek), die in die Rolle von Wedekinds Wendla Bergmann eintaucht, unterhält sich via Handy mit einer Freundin über ihren kurzen Rock. Und schließt damit an den Original-Disput mit Wendlas Mutter an. Und obwohl mehr als 130 Jahre zuvor geschrieben, spielt der an sich jenseitig überholt erscheinende Gedanke, dass Kleidung von Frauen Männergewalt „provoziere“, noch immer oder schon wieder eine Rolle.

Szenenfoto aus

Ben Schidla las Maurice, der Melchior Gabro spielt – mit Julia Wozek/Wicky/Wendla

Melchior

Ben Schidla spielt als Darsteller Maurice den Melchior Gabor aus „Frühlings Erwachen“ und möglichen Mitverursacher der Schwangerschaft Wendlas, der dafür erst keine Verantwortung übernehmen möchte, ständig auf locker und cool spielt, sich dann jedoch sehr schwer tut, seine Haltung zu reflektieren.

Szenenfoto aus

 Daniel Willinger als Michi, der Moritz Stiefel spielt

Moritz

Die tragische Figur des Moritz Stiefel gibt Daniel Willinger als Akteur Michi bis hin zum Fußball mit einem Abbild seines Kopfes unterm Arm als Symbol für seinen Suizid. Übrigens ein echter Moritz, namens Dürr, der Wedekind seine Suizidgedanken anvertraut hatte, war (Mit-)Auslöser dafür, dass er „Frühlings Erwachen“ 1890/91 geschrieben hat.

Szenenfoto aus

 Szenenfoto aus „Frühlings Erwachen“ von theater.wozek

Trotz alledem, noch immer so manches zeitlos

Wenngleich die drei Schauspieler:innen – sowohl in echt als auch im Spiel – ihre Pubertät schon ein paar Jahre hinter sich haben, wirken sie in ihrem Agieren dennoch authentisch – und transportieren damit die (leider) immer noch Zeitlosigkeit (Konzept und Regie: Karl Wozek). Trotz aller Aufgeklärtheit, Ent-Tabuisierung von Sexualität in vielen Teilen der Welt usw. seit der Veröffentlichung (zunächst auf eigene Kosten des Autors, weil der Verlag ablehnte; Erstaufführung erst 15 Jahre später; Regie: Max Reinahrdt), bleibt so manches aktuell. Und das sind Gedanken, die Wedekind schon einigen seiner Protagonist:innen in verschiedener Version in den Mund gelegt, bzw. auch in anderen Werken formuliert hat: „Die Dinge gingen darum von Generation zu Generation ihren unabänderlichen Gang, und mich träfe nur Schimpf und Spott von Seiten aller derer, die nie in ihrem Leben über das, was sie selber erlebt haben, einen Augenblick nachdenken…“ (aus Mine-Haha oder Über die körperliche Erziehung der jungen Mädchen“, Frank Wedekind).

für das Video auf das Bild klicken

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