HAMLET X=Y
von Holger Schober
Ophelia ist neu in der Stadt, in der Schule und sofort fällt ihr Hamlet auf: ein merkwürdig verschlossener Typ, der düsteren Gedanken nachhängt und zu gerne mit geschwollenen Formulierungen provoziert. Trotzdem ist sie fasziniert von ihm und seinen Überlegungen über das Gefühl des Verlorenseins angesichts all der Möglichkeiten, die das Leben einem bietet, und dem zehrenden Zweifel an der eigenen Existenz. Die beiden verlieben sich ineinander, hüten es aber wie ein Geheimnis. Doch völlig überraschend stirbt Hamlets Vater, und von einem Tag auf den anderen ist Hamlet verändert, finsterer, fatalistischer. Denn in ihm keimt ein fürchterlicher Verdacht: Was, wenn seine Mutter und sein Onkel mit dem Tod des Vaters zu tun haben, um einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen?
Der Autor Holger Schober spielt lustvoll mit Figuren und Motiven aus Shakespeares Klassiker über die Suche nach dem Sinn im Leben – und überträgt sie unmittelbar in die Zeit des vielleicht größten Umbruchs aller Gewissheiten: die Pubertät. Sein oder Nichtsein, aber auch: Zusammensein oder Nichtzusammensein, das sind die Fragen, aus denen dieser Schleudergang durch Gefühls- und Gedankenwelten gemacht ist.
aktuelle Aufführungen:
21.4.2026 / 10 + 19:30 Uhr / Freie Bühne Wien
11.6.2026 / 11 Uhr / Freiraum St. Pölten
9.11.2026 / 11 Uhr / Kristallwerk Graz
Premiere
10.2.2026 / 19:30 Uhr / Tribüne Linz
weitere Aufführungen
10.2.2026 / 11 Uhr / Tribüne Linz
25.2.2026 / 10 Uhr + 19 Uhr / MusikQuartier Performing Stage Wien
Kartenreservierung unter office@theater-wozek.at oder 0660/8672446
Gerne kommen wir auch zu Ihnen als Gastspiel in die Schule (ab 50 Schüler*innen).
Ab 3 Klassen können Sie einen Termin bei uns buchen für den Spielort: MQ Performing Stage, Mariahilfer Straße 51. Wir spielen HAMLET auf Deutsch oder Englisch.
JULIA WOZEK ist Schauspielerin und Filmemacherin aus Österreich.
Sie absolvierte 2018 die paritätische Bühnenreifeprüfung.
Seither steht sie regelmäßig auf der Bühne und vor der Kamera (u.a. in Produktionen für ORF, Servus TV, Netflix, Amazon Prime,…).
2019 gründete sie den Verein wozek.film, mit dem sie mehrere Kurzfilme und eine Webserie produzierte.
2024 produzierte sie KAGRAN, ihren ersten Spielfilm, in dem sie auch die Co-Regie übernahm.
KARL WOZEK
Dozent an der Schauspielschule Krauss, Regisseur, Schauspieler, Autor
1992 hat er mit der staatlichen Bühnenreifeprüfung sein Schauspielstudium abgeschlossen. Dannach war er als Schauspieler in Österreich, Deutschland, Russland und Italien tätig.
1996 gründete er den Kulturverein theater.wozek.
Seit 1997 arbeitet er als Regisseur in Wien, Graz, Salzburg, Linz, Prag, Berlin, …
Seit 2020 Dozent an der Schauspielschule Krauss.
Ein „Hamlet“ als packendes Pubertätsdrama
Ohrenbetäubender Lärm in der Tribüne Linz vor Beginn der Schülervorstellung „Hamlet X=Y“, frei nach Shakespeare. Adaptiert und konzentriert auf gut eine Stunde geht es hier zwei Pubertierenden um „Sein oder Nichtsein“. Der Verein Theater Wozek feierte eine gelungene Premiere des Zweipersonen-Stücks, das auch noch in Wien zu sehen ist.
Ophelia stürmt auf die Bühne: „Wenn Du Deinen Frust nicht tötest, tötet er Dich“. Schon nach den ersten Sätzen herrscht Stille, unterbrochen nur durch Lachen, Applaus oder Mitleidskundgebungen, Zeichen der intensiven Teilhabe des jugendlichen Publikums am Schicksal von Hamlet und Ophelia.
Der Autor Holger Schober überträgt das wuchtige Drama in eine Phase des großen Umbruchs für alle Menschen: die Pubertät. Zusammensein oder Nichtzusammensein – das ist nur eine der Ungewissheiten, in einem Meer von Möglichkeiten und Meinungen.
Sprüche und echte Probleme
Ophelia ist neu in der Stadt und an der Schule. Ihr Vater hat hier einen Job gefunden. Sofort fällt ihr Hamlet auf. Sein Vater heißt König, Chef der Firma, wo ihr Vater arbeitet. Ophelia provoziert den merkwürdig verschlossenen Jungen. Hamlet kontert mit schlagfertigen, teils philosophisch düsteren Ansagen. Als „emotional verkümmerter Alien“ zweifelt er an der jeglichen Realität: „Du existierst, weil ich dich denke“. Seine tiefe Unsicherheit packt er in pubertär lässige Sprüche mit perfekt passenden Originalzitaten. Die beiden sind fasziniert voneinander, verlieben sich …
Die zwei großartigen Schauspieler Julia Wozek als Ophelia und Nicolas Hoser als Hamlet fesseln vom ersten Augenblick an mit ihrer dramatischen Folge von inneren und äußeren Umbrüchen. Regisseur Karl Wozek spielt mit den jungen Menschen so feinfühlig wie mit den Figuren und Motiven aus Shakespeares gleichnamigem Klassiker. Begeisterter Applaus!
Theater Wozek, in Wien angesiedelt, spielt die packende Schulklassenfassung von „Hamlet“ auch noch am 25. Februar im MQ Performing Stage Wien.
Ophelia und Hamlet – als zwei Jugendliche in einer Schulklasse; Klassiker in schauspielstarker Inszenierung ins Hier und Heute organisch versetzt.
Knapp mehr als eine Schulstunde rockt Julia Wozek als „Die Neue“ in der Klasse und überhaupt der Stadt die Bühne als Ophelia. Ein nicht so alltäglicher heutiger Name. Da war doch was. Irgendwas mit Literatur und so, oder mit Taylor Swift???
Genau, beides. Letztere, die Jugendlichen vielleicht geläufiger sein mag, veröffentlichte im Vorjahr (2025) „The Fate of Ophelia“ (Das Schicksal der Ophelia). Der Song wurde wie viele andere von Taylor Swift ein Nummer1-Hit und ihre Ophelia ist vom Original in William Shakespeares „Hamlet“ inspiriert. Der wohl bekannteste Theaterautor hatte vor gut 425 Jahren in diesem – wie bei vielen anderen seiner Stück von älteren oft (sehr) bekannten Geschichten – Schauspiel Ophelia als heimlich Geliebte Hamlets geschrieben.
Diese Neue trifft eben auf Hamlet, Klassensprecher, der dieses Amt, in das er gewählt wurde, ebenso hinterfragt wie praktisch alles andere auch, vor allem die Meinungen übe sich selber. Jeder, vor allem sein Vater, habe Dutzende Meinungen, wie er, der junge Hamlet, zu sein habe. Was ihn mehr als ankotzt. Diesen spielt Nicolas Hoser – zurückhaltender, zweifelnder, lange Zeit unzugänglicher. Eine schöne „Nebenbei“-Botschaft, die noch dazu durch die beiden Charaktere nie aufgesetzt wirkt.
Dennoch funkt es zwischen den beiden. Die end-20-jährigen Schauspieler:innen verkörpern glaubhaft Jugendliche, die einerseits mit den Rundum-Anforderungen von Gesellschaft und Schule hadern, sich auseinandersetzen. Und andererseits mit ihren nicht immer klaren und noch weniger erklärbaren Gefühlen füreinander umgehen können / wollen / müssen.
Den Text zu diesem Stück namens „Hamlet X = Y“ hat Holger Schober vor gut ¼ Jahrhundert (im Jahr 2000) geschrieben. Karl Wozek vom Theater Wozek hat Regie geführt, es an so mancher Stelle adaptiert und in die Gegenwart transportiert – ja natürlich kommen auch Instagram und an der einen oder anderen Stelle ein Smartphone vor – ohne dass diese aber überhandnehmen.
Die Stunde lebt vom Schauspiel der beiden Darsteller:innen – in der Rolle von Jugendlichen und gleichzeitig mit dem ins Hier und Heute „übersetzten“ Shakespeare’schen „Hamlet“-Plot: Dem Prinzen der seinen Vater rächen will, weil der vom eigenen Bruder beseitigt wurde, um sich dessen – in dem Fall nicht dänisches Königreich, sondern Teppich-Unternehmen, unter den Nagel zu reißen; und obendrein die eigene Schwägerin zu heiraten. Und Ophelias Part, die von Hamlet zurückgestoßen wird – aus für sie, und hier auch ihn – de facto unerklärlichen Gründen.
Achterbahn der Gefühle mit bewusst unterschiedlichen
Energie-Levels, da die Draufgängerin, dort der Zweifler, gepaart mit Klassiker und sehr viel Spielfreude. Damit tourt Theater Wozek durch viele Theater in ganz Österreich, was durch das spartanische
Bühnenbild auch leicht möglich ist. Und natürlich kommen die klassischen Zitate wie „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ oder „Der Rest sich Schweigen“ auch noch vor Aber
auch Anspielungen an Pop-Songs, Filme und Streaming-Serien.